Patriotismus

Autor(en): David Amherdt (deutsche Übersetzung: Clemens Schlip). Version: 10.01.2024.

  1. Einführung
  2. Wilhelm Tell
  3. Glarean und die Helvetiae descriptio
  4. Oswald Myconius: Widmungsbrief zur Trauerrede auf den Hauptmann der päpstlichen Schweizergarde und der Kommentar zur Descriptio
  5. Joachim Vadian, Gedicht auf den Ruhm der Helvetier
  6. Xylotectus und die Schweizer als literarische Champions
  7. Konrad Pellikan kommt am Tellfelsen vorbei
  8. Rudolf Gwalther
  9. Simon Lemnius und die Raeteis
  10. Johannes Fabricius Montanus
  11. Heinrich Pantaleon
  12. Andere patrotische Texte

 

1. Einführung

Auch wenn der Terminus «Patriotismus» nicht vor dem 18. Jahrhundert erscheint, so ist das Konzept der Heimatliebe doch sehr viel älter und betrifft natürlich auch die humanistische Bewegung in der Schweiz. In der uns interessierenden Epoche existierte die Eidgenossenschaft noch nicht als unabhängiger Staat, auch wenn sie seit dem 15. Jahrhundert mehr und mehr als eine vollwertige politische Einheit wahrgenommen wurde. Tatsächlich schlossen sich die Zugehörigkeit zum Reich und die zur Eidgenossenschaft lange Zeit keineswegs aus. Festzuhalten ist freilich, dass die Bande zwischen der Eidgenossenschaft und dem Reich sich mehr und mehr lockerten, bis die Eidgenossen im Westfälischen Frieden ihre «Exemtion» vom Reich erhielten. Dennoch betrachteten sich die Eidgenossen erst einige Jahrzehnte später wirklich als einen souveränen Staat ohne Bezug zum Reich.

Im 16. Jahrhundert gibt es verschiedene lateinische Bezeichnungen für die Schweiz, wie Helvetia, nach dem antiken Volk der Helvetier, mit denen man die Schweizer identifizierte, oder Confoederatio (auch: liga), eine Benennung, die daran erinnert, dass die Schweiz aus einem der vielen mittelalterlichen Bündnisnetze hervorgegangen ist. Auf Deutsch bezeichneten die Eidgenossen sich selbst als lobliche oder gemeine Eidgenossenschaft. Was den Begriff «Schweiz» angeht, so ist er abgeleitet vom Ort Schwyz, vielleicht weil die Schwyzer diejenigen Eidgenossen waren, die im Ausland am bekanntesten waren; dies galt besonders für Deutschland seit der Schlacht von Morgarten (1315). Dieser Wortgebrauch ist damals wohlgemerkt nicht der der Orte selbst, die sehr darauf achteten, sich voneinander zu unterscheiden. Es gab daher neben dem gesamteidgenössischen auch einen Lokalpatriotismus, der in manchen hier präsentierten Werken von Humanisten zum Ausdruck kommt.

Staatsrechtlich betrachtet bestand die damalige Eidgenossenschaft aus dreizehn Orten: Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zürich, Glarus, Zug, Bern, Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell, wobei Basel und Schaffhausen der Eidgenossenschaft 1501 beitraten und Appenzell dies sogar erst 1513 tat. Ihre Einflusszone umfasste zudem die sogenannten Zugewandten Orte (zum Beispiel der Fürstbischof und die Zenden des Wallis, die drei Bünde und die Stadt St. Gallen) und die gemeinen Herrschaften (zum Beispiel der Thurgau), die alle häufig Anteil an den politischen und militärischen Unternehmungen der Eidgenossen hatten. Mochte das System der Eidgenossenschaft auch sehr komplex sein, so entstand doch am Ende des 15. und im 16. Jahrhunderts langsam das gemeinsame Bewusstsein, einer verbindenden territorialen und kulturellen Zugehörigkeit. Dieses Bewusstsein entwickelte sich aufgrund historischer Ereignisse (als Folge der Burgunderkriege und des Schwabenkrieges) und politischer Geschehnisse (die gemeinsame Abwehr der habsburgischen Ambitionen); doch die Humanisten sollten dem in ihren Werken noch eine kulturelle Dimension hinzufügen, die sich als wesentlich für die langfristige Festigung und Tradierung patriotischer Gefühle besonders innerhalb der gebildeten Elite erweisen sollte.

Der Patriotismus nimmt in den lateinischen Werken der Schweizer Humanisten eine zentrale Stellung ein, da sie zeigen wollen, dass die Schweiz ihren Nachbarn in nichts nachsteht, weder im Hinblick auf ihren Ruhm in der Vergangenheit noch in der literarischen Verarbeitung dieser Vergangenheit.

Es geht ihnen einerseits darum, dem Leser zu verdeutlichen, dass die Schweiz eine reiche Vergangenheit besitzt und über Heldenfiguren sowie ein soziales und religiöses Fundament verfügt, das ihren Zusammenhalt sicherstellt. Wie das kaiserliche Rom mit Vergil und Livius sich anstrengte, sich eine Vergangenheit zu erschaffen (mit Romulus und Remus, mit Aeneas und vielen anderen Helden), so konstruierte auch die entstehende Eidgenossenschaft sich eine ruhmreiche und heroische Vergangenheit, wobei sie freilich auf Gestalten und Ereignisse des Mittelalters zurückgreifen musste (nicht zuletzt auf Wilhelm Tell). Auch wenn es – trotz entsprechender Äusserungen mancher Humanisten im Fall der Schweiz schwierig ist, von einer wirklichen translatio imperii zu sprechen (einer Übertragung der Macht aus dem Ausland in die Schweiz), so ist doch die Parallelisierung der römischen Macht und der Schweizer Macht bei unseren Autoren sehr verbreitet. Das Interesse der Eidgenossen an ihren Vorfahren und ihrer glorreichen Vergangenheit ist unzweifelhaft verknüpft mit ihrer Sehnsucht, ihre Verschiedenheit vom übrigen Reich herauszustreichen, dem die Orte der Eidgenossenschaft übrigens noch lange Zeit angehören sollten. Umgekehrt bezichtigten zahlreiche Humanisten, darunter Sebastian Brant, Jakob Wimpfeling und Heinrich Bebel die Eidgenossen der mangelnden Loyalität gegenüber dem Reich, machten sich über ihre Gründungslegenden lustig und warfen ihnen vor ignorante bzw. vulgäre Ziegenhirten zu sein.

Es geht den schweizerischen Humanisten andererseits darum, zu beweisen, dass die Schweizer Schriftsteller auf dem literarischen Gebiet – in Prosa ebenso wie in Versen – in nichts hinter ihren Nachbarn oder selbst hinter ihren römischen Vorgängern zurückstehen, dass sie ihre Vergangenheit mindestens ebenso kunstreich darstellen können, indem sie sich der gleichen literarischen Formen bedienen. Ja, sie wollen sie sogar explizit oder implizit übertreffen (oder sie geben dies zumindest vor): Das ist das Motiv der translatio studii (Übertragung des Wissens und der literarischen Meisterschaft zu den Schweizer Schriftstellern); es bleibt dem Urteil des Lesers vorbehalten, ob diese Übertragung tatsächlich so stattgefunden hat.

Wir besprechen hier die Texte, die den Patriotismus auf politischem Gebiet bezeugen. Auf diesem Gebiet nimmt vor allem die auf die Person Wilhelm Tells konzentrierte Geschichte des Schweizer Befreiungskampfes einen prominenten Platz ein; man muss aber auch die Schweizer Lokalgeschichte betrachten, wie die Schlacht von Näfels, die Revolution Bruns in Zürich und die Grosstaten der Graubündner (damals Zugewandte Orte der Eidgenossenschaft) im Schwabenkrieg.

 

2. Wilhelm Tell

Die Berichte über die Heldentat Tells und die Gründung der Eidgenossenschaft wurden erst 100 bis 150 Jahre nach den angeblichen Geschehnissen im Laufe des 15. Jahrhunderts niedergeschrieben. Aus dieser Epoche stammen die Versionen des Bundesliedes, des Tellenspiels oder auch das Weisse Buch von Sarnen und die Chronik des Petermann Etterlin, ein 1507 gedrucktes Werk, das sehr viel dazu beitrug, den Mythos des Gründers der Eidgenossenschaft zu verbreiten und das im Humanistenmilieu sehr bekannt war; man weiss, dass Heinrich Glarean, Oswald Myconius und Aegidius Tschudi es benutzt haben.

Das Bild des Schweizer Nationalhelden entwickelte sich vor allem seit Anfang der 1510er Jahre (Heinrich Glareanus, Oswald Myconius), was die Geburtsstunde eines wahren Kults um den helvetischen Heros darstellt, der noch in den 1550ern sehr lebendig war (Simon Lemnius, Johannes Fabricius Montanus, Aegidius Tschudi). Die Gelehrten der Epoche, die Humanisten, die aufgrund ihrer Anhänglichkeit an die Antike häufig in Latein schrieben (was bei Tschudi allerdings nicht der Fall ist), spielten bei dieser Verherrlichung des Urner Helden eine Schlüsselrolle und auch, allgemeiner gefasst, für die Entstehung eines Nationalbewusstseins und eines schweizerischen Patriotismus sowie bei der Erschaffung einer nationalen «Mythologie» bzw. einer helvetischen Ideologie. Diese aktive Beteiligung am politischen und sozialen Leben ist charakteristisch für die Schweizer Humanisten, die, wie Maissen bemerkt, an eine gemeinsame Kultur der Eidgenossen glaubten. Der helvetische Patriotismus kann als Parallele mit der Zunahme des patriotischen (oder sogar nationalistischen) Empfindens, das man in dieser Epoche auf dem deutschen Gebiet feststellt. So bediente sich der Ritter Ulrich von Hutten (1488-1523) seiner Gedichte, um die Vorstellung einer deutschen Identität zu verbreiten. Man kann ein Vierteljahrhundert früher auch an Conrad Celtis (1459-1508) denken, den man als den deutschen Erzhumanisten bezeichnet hat; er versuchte den deutschen Nationalgeist zu erwecken und einen Gegenpol zur kulturellen Führerschaft der Italiener zu schaffen.

Indem sie die Gründungsmythen und die Grosstaten von Heroen wie Wilhelm Tell darstellten (den siegreichen Kampf der Eidgenossen um ihre Befreiung vom Joch ihres Unterdrückers), schrieben die Humanisten ihrer Nation eine glorreiche Vergangenheit zu und begründeten so die politische Legitimität der Urschweiz, die sich gegen die Angriffe derer zur Wehr hatte setzen müssen, die sie als ein Land von Hinterwäldlern betrachteten. Übrigens gehörte es zum Kampf gegen diese schlechte Reputation, dass die Humanisten zu beweisen versuchten, dass die Eidgenossenschaft nicht nur eine Brutstätte mehr oder weniger brutaler Helden war, sondern auch ein Land, in dem die humanistische Kultur Wurzeln geschlagen hatte. Das ist zum Beispiel der Grund dafür, dass Glarean betont, dass die Schweiz «viele brillante Geister und eine grosse Anzahl von kultivierten Menschen besitzt».

Die Humanisten hatten auch ein pädagogisches Ziel. Sie wendeten sich an die Jugend und erzählten ihr die Taten der Eidgenossen zu ihrer moralischen und patriotischen Erbauung, und eines der Mittel dafür besteht darin, Modellfiguren für heroisches Verhalten vorzuführen. Sie verfolgten aber auch sprachliche und kulturelle Ziele: sie wollten exemplarische Texte in klassischem Latein bieten und durch sie die antike Kultur wiederaufleben lassen. Manche, wie Fabricius Montanus, hofften sogar, dass sie in ihren Schülern den Ehrgeiz wecken könnten, selbst zur Feder zu greifen und den Rum der alten Helden Helvetiens zu verkünden.

Dieser antike Hintergrund ist in den Werken der Humanisten immerzu sichtbar. Die Präsenz der Antike drückt sich, wie bereits ausgeführt, in der verwendeten Sprache aus (man möchte die antiken Autoren nachahmen), aber auch in den angesprochenen Themen. So wird die Entstehung der Eidgenossenschaft mit der Entstehung der römischen Republik verglichen. Welcher Vergleich hätte besser zutreffen können? Das republikanische Rom war ein Land von Bauern, die sich durch ihre kriegerischen und patriotischen Tugenden auszeichneten, ferner durch ihren Mut, ihre Ehrbarkeit und ihre Treue, Eigenschaften, die diesem groben und einfachen Volk halfen, sich ein Reich zu erwerben.

Und die Humanisten schrieben die gleichen Qualitäten den Schweizern mit ihren sehnigen Armen zu und sagten ihnen ein ewiges Reich voraus! Die Helden aus der Gegend um den Vierwaldstättersee herum werden daher natürlich mit den republikanischen Helden der römischen Frühgeschichte verglichen, diesen bodenständigen und kriegstüchtigen Heroen. Besonders kommt Wilhelm Tell die Rolle des Brutus zu, der sein Land von der Gewaltherrschaft durch die Tötung des schrecklichen Gesslers befreit hat – damit verband sich freilich die Problematik des Tyrannenmordes. Mit Blick auf die Verbindung, die man zwischen den Schweizern und Rom herzustellen versuchte – sie wurde gleichsam zum Gemeinplatz – ist Machiavellis Aussage hervorzuheben, dass die Schweizer das einzige Volk seien, das auf dem religiösen Gebiet und in seiner militärischen Organisation dem Vorbild der Antike folge. Es war bereits die Rede von den militärischen Erfolgen der Schweizer, und auch von ihren Sitten, die Machiavelli für beispielhaft hält; was die Religion und Gott betrifft, so werden sie in den Texten der Humanisten über Tell und seinesgleichen eher zurückhaltend thematisiert: hier und da gibt es Anspielungen auf Christus, auf Gott, der den Eidgenossen zur Hilfe kommt etc.

Es ist dabei zu bedenken, dass sich in der Renaissance die Perspektiven etwas verschoben hatten: vereinfacht (vielleicht allzu vereinfacht) ausgedrückt, kann man sagen, dass die für das Mittelalter charakteristische theozentrische Sichtweise durch eine anthropozentrische Sichtweise ersetzt wurde. Wie Koller gut zeigt, folgt auf eine heilgeschichtlich orientierte Geschichtssicht ein Blickwinkel, der durch die Angehörigkeit zum römischen Reich bestimmt wird.

Das im Weissen Buch schon deutlich präsente Thema der Tyrannenbekämpfung ist ein zentrales Thema im Denken der Humanisten, wie übrigens auch die freie und prosperierende Republik, die nicht der Willkür eines Souveräns unterliegt: Ist nicht Tell, um einen Ausdruck Konrad Pellikans aufzugreifen, der «Garant der Freiheit»? Oder, mit den Worten Glareans ausgedrückt, der «Verteidiger unserer Heimat, der Befreier und einer, der Rache an den Tyrannen nimmt»? Dieses Thema verbindet sich im Übrigen mit einer Verachtung des Geburtsadels; davon ist es nur ein Schritt zur Idealisierung des einfachen Landmannes, und die Humanisten taten ihn, wie schon andere vor ihnen, leicht.

Am Ende sei festgehalten, dass die Humanisten, die diese «historischen» oder panegyrischen Texte verfassten, um die es hier geht, sich darin niemals die Frage stellen, ob die Ereignisse, die sie berichten, sich wirklich ereignet haben. Kein Zweifel, oder zumindest fast kein Zweifel wird laut. Selten liest man eine Erklärung wie die Vadians in seiner Chronik der Äbte von St. Gallen – die andere Ziele verfolgt als die patriotischen Werke über die alte Eidgenossenschaft –, in der er sich zweifelnd über die Ereignisse äussert, die sich in der Anfangszeit der Eidgenossenschaft ereignet haben sollen: «Besorg ich, daß vil fabelwerch von denselben anzaigt si und anders daneben, das sich mit warhait nit verglicht». In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind die zeitlichen Umstände und das literarische Umfeld dem Zweifel und der Mythendekonstruktion nicht günstig – ist doch die schiere Existenz der Schweiz von ihren Nachbarn noch nicht unbestritten anerkannt. Auch wenn erst im 18. Jahrhundert eine veritable Kritik an den Gründungsmythen laut wird, können wir hier dennoch eine denkbar entschiedene Aussage von Franz Guillimann festhalten, der in einem Brief an Melchior Goldast vom 27. März 1607 folgendes bemerkte:

Was Deine Frage bezüglich Tell angeht: Auch wenn ich in meinen Schweizer Altertümern das wiedergegeben habe, was man allgemein erzählt, so halte ich diese Geschichte, wenn ich im Ernst und nach reiflicher Überlegung meine Meinung dazu äussern darf, für eine reine Fabel, zumal ich bisher keinen Schriftsteller gefunden habe, der vor mehr als 100 Jahren gelebt hat, und keine Chronik, die vor mehr als 100 Jahren geschrieben wurde, in denen diese Ereignisse erwähnt würden. Dies alles scheint mir erfunden worden zu sein, um den Hass [gegen die Besatzer] zu steigern, und die Fabel scheint mir aus einer Redeweise des gemeinen Volkes entstanden zu sein, die einen Bogenschützen dadurch hervorheben will, dass sie ihn rühmt, er könne ungestraft und ohne Schaden anzurichten einen Apfel vom Haupt seines Sohnes abschiessen. Die Urner selbst äussern sich uneinheitlich über seinen [Tells] Wohnsitz, und sie können weder seine Familie noch seine Nachkommen vorweisen, wo doch zahlreiche andere Familien aus jener Zeit noch vorhanden sind. Ich habe noch viele andere Argumente.

Erst im 18. Jahrhundert brach sich die Kritik an diesen Mythen Bahn. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts neigten weder der Zeitgeist noch das literarische Umfeld zum Zweifel und zur Mythendekonstruktion – während ja bei den Nachbarn noch nicht einmal die schiere Existenz der Schweiz auf einmütige Zustimmung stiess.

 

3. Glarean und die Helvetiae descriptio (1514)

Die Helvetiae descriptio, die zusammen mit dem Panegyrikos auf Kaiser Maximilian veröffentlicht wurde, gehört zu den ersten Werken, die Glarean veröffentlicht hat. Es handelt sich um ein poetisches Diptychon von 402 lateinischen Hexametern aus zwei Teilen mit den Titeln Helvetiae descriptio («Beschreibung der Schweiz», V. 1-176) und Panegyricum in laudatissimum Helvetiorum foedus («Panegyrikos auf den höchst löblichen Pakt der Helvetier», V. 177-402). Wie Glarean zu Beginn des Gedichts bekräftigt (V. 1-14), besteht sein Ziel nicht so sehr darin, die Geschichte der Schweiz zu erzählen (auch nicht darin, von Tell zu sprechen, dessen Apfelschuss er aber dennoch erwähnt), als darin, ihren unsterblichen Ruhm zu feiern und sie geographisch zu beschreiben. Das ist das Thema der 176 ersten Verse. Das Panegyricum besteht aus einer kurzen Eloge der dreizehn alten Orte, die ihren Ruhm ihren kriegerischen Leistungen verdanken, die es ihnen ermöglicht haben, sich von ihrem Unterdrücker zu befreien; die Schlusspartie des Panegyricum (V. 346-402) ist eine dithyrambische Eloge auf die Schweiz und ihre Einwohner, die Glarean dazu aufruft, die Tugenden der alten Römer nachzuahmen: Strenge, Loyalität, kriegerische Gesinnung und Freiheitsliebe. Glarean verleiht auch seinem Wunsch Ausdruck, dass sein Heimatland, das in Tell einen Verteidiger und Befreier gefunden hat, noch zahlreiche andere Helden hervorbringen möge, die den grossen Männern der römischen Republik ebenbürtig sind.

In dem an Heinrich Uttinger gerichteten Widmungsbrief erklärt Glarean, dass er – mit dem Ziel der Jugenderziehung – alles habe sammeln wollen, was die antiken Schriftsteller über die Helvetier geschrieben haben – er schöpft vor allem aus Caesar, Strabon und Livius –, und dass er dies tun wolle, um die zum Schweigen zu bringen, die über die Eidgenossenschaft lästerten, indem er ihnen den Ruhm seiner Heimat vor Augen führe. Sein Ziel ist es also, in seinen Lesern patriotisches Empfinden zu wecken, besonders bei den jungen Leuten.

Glareans Gedicht fand im Humanistenmilieu ein enormes Echo. Besondere Hervorhebung verdient, dass 1519 eine Ausgabe der Descriptio erschien, die von einem Kommentar aus der Feder des Oswald Myconius begleitet wurde, sowie von zwei Lobgedichten auf die Descriptio und den Kommentar: das erste schrieb Joachim Vadian, das zweite ist von Johannes Xylotectus. Von ihnen ist weiter unten noch die Rede.

Wenn von Glareans Beitrag zum schweizerischen Patriotismus die Rede ist, darf man auch auf sein kleines Gelegenheitsgedicht Über die Ruinen von Avenches erwähnen, in dem er sich gleichsam tief vor der Hauptstadt der antiken Helvetier verneigt.    

 

4. Oswald Myconius: Widmungsbrief zur Trauerrede auf den Hauptmann der päpstlichen Schweizergarde und Kommentar zur Descriptio

1518 veröffentlichte Oswald Myconius die Trauerrede des Deutschen Johannes Faber Augustanus auf den Hauptmann der päpstlichen Schweizergarde, Kaspar von Silenen. In seinem Widmungsbrief zu dieser Ausgabe rühmt er die militärischen Erfolge der Schweizer und ihre Tugenden (Rechtschaffenheit, Mut, Erbarmen mit den Besiegten und Gastfreundschaft) und freut sich ganz besonders über das Auftauchen zahlreicher literarischer Talente, die es den Schweizern künftig ermöglichen werden, sich gegen ihre Feinde nicht nur im Krieg, sondern auch mit den Waffen des Geistes zur Wehr zu setzen; dieses gedankliche Motiv begegnet auch in den zeitgenössischen Gedichten des Vadian und des Xylotextus, die wir weiter unten noch vorstellen werden.

In der Ausgabe der Descriptio Helvetiae von 1519 ist zum ersten Mal der Kommentar des Oswald Myconius zu dem Gedicht Glareans abgedruckt. Auf jeweils zwei bis achtzehn Verse Glareans folgt ein Kommentar, der Sach- und Personeninformationen liefert und auf Besonderheiten des Texts eingeht. Myconius geht besonders auf den Machtmissbrauch ein, den die künftigen Eidgenossen erleiden mussten, so dass sie in einer gutschweizerischen (!), einvernehmlichen Entscheidung beschlossen, mit Gottes Hilfe die Tyrannen zu beseitigen:

Man kam also dazu, dass man die Tyrannen ausrottete und den Vertrag aufzulösen, und dies mit Zustimmung der ganzen Gemeinschaft; sie wollten die gewonnene Freiheit nach Kräften und mit Gottes Hilfe verteidigen.

In seiner Anmerkung zu Glareans Versen 7-8, wo es den Apfelschuss geht, fasst Myconius auf gut einer Seite (32 Zeilen in dieser Ausgabe) die Tell-Legende zusammen: der Schuss auf den Apfel, der für den Tyrannen bestimmte Pfeil, die Verhaftung des Helden, der Sturm auf dem See, der «Sprung» Tells, die Tötung des Landvogts nahe Küssnacht und der Rütlischwur.

 

5. Joachim Vadian, Gedicht auf den Ruhm der Helvetier

In der Ausgabe Descriptio Helvetiae von 1519 steht auch ein Gedicht mit einem Umfang von achtzehn elegischen Distichen von Joachim Vadian mit dem Titel Ad Helvetiam («An die Schweiz»), genauer: Vadianus medicus, orator et poeta laureatus Helvetiam alloquitur («Vadian, Arzt, Redner und Poeta Laureatus, richtet das Wort an die Schweiz»), in dem der St. Galler Humanist das Gedicht Glareans rühmt. In den letzten acht Versen richtet Vadian das Wort an die Schweiz, deren Helden die Griechenlands und Roms übertreffen; ja, mehr noch: Von nun an ist die Schweiz die Wohnstätte der Freiheit und grosser Taten. Man ist Zeuge einer veritablen translatio imperii:

Das vernichtete Glück der Romulussöhne ist gestürzt, der Spartaner

Ehre ist zunichte und zunichte sind die Feldlager der Punier.

Einzig triumphiert, von Dir verteidigt durch Waffen und Geist,

Die Freiheit, und tapfere Taten haben eine Stätte.

 

6. Xylotectus und die Schweizer als literarische Champions

In der gleichen Ausgabe von 1519 findet sich ein 44 Verse umfassendes Gedicht (elf sapphische Strophen) des Luzerner Humanisten Johannes Xylotectus mit dem Titel Carmen Sapphicum Ioannis Xilotecti Lucernani lusum in Osvaldi Myconii commentariolum («Sapphisches Gedicht des Johannes Xilotectus auf den kleinen Kommentar des Oswald Myconius»). Xylotectus feiert darin den Ruhm und die Grosstaten der Helvetier, die Glarean besungen und Myconius kommentiert hatte. In V. 33-40 freut der Dichter sich darüber, dass die Helvetier schliesslich, nachdem sie militärischen Rum erlangt hatten, auch gelernt haben, die Musen zu ehren und Minerva und Mars zu verbinden: Man ist hier nicht weit entfernt von der translatio studii, von der der Humanist aber erklärtermassen nicht behaupten will, sie sei in der Schweiz schon realisiert!

Bis jetzt haben unserem Volk Tüchtigkeit und Treue

Und militärische Leistung ungeheuren Ruhm geschenkt,

Aber die Jugend der Schweizer verehrte noch nicht

Die Musen.

Aber schon hat sie nichts unversucht gelassen,

Sie verbindet die glänzende Minerva mit Mars,

Indem sie die griechischen Lehren mit den hebräischen und lateinischen

Zusammenbringt.

 

7. Konrad Pellikan kommt am Tellfelsen vorbei

Wilhelm Tell tritt auch in der lateinischen Autobiographie des Konrad Pellikan kurz auf. In diesem Text, an dem Pellican 1544 zu arbeiten begann, beschreibt der berühmte Hebraist die Reise, die er 1505 in Begleitung des Kardinals Raymond Pérault (1435-1505) unternahm, des Bischofs von Gurk, den er nach Rom begleitete. Er berichtet, dass er auf einem Boot vor dem Felsen vorbeigekommen sei, auf den sich der «erste Verteidiger der Freiheit» (primus libertatis assertor), das heisst Wilhelm Tell, als er Gessler durch einen Sprung vom Boot entkam.

 

8. Rudolf Gwalther

Den umfangreichsten lateinischen Bericht über den schweizerischen Helden verdanken wir Rudolf Gwalther. Er stammt aus seinem Manuskript gebliebenen historischem und patriotischem Werk mit dem Titel De Helvetiae origine, das vom Ende der 1530er stammt. In der Wilhelm Tell gewidmeten Passage erweitert Gwalther in Fortführung der Tradition die Handlung und dramatisiert sie, fügt zahlreiche Details hinzu (er behauptet zum Beispiel, dass Tell zuerst ins Gefängnis geworfen worden war, nachdem er den Hutgruss verweigert hatte), baut zahlreiche Bezüge zur antiken Literatur ein (er zitiert Sinnsprüche, Mythen, antike Autoren wie Ovid und stellt historische Vergleiche an) und bietet moralische Reflexionen, besonders über Gesslers schlimme Taten.

Ausserdem erwähnt Gwalther kurz den Apfelschuss (acht Verse) in seiner Libertas Tigurina, die vom Anfang der 1540er Jahre stammt und nie in den Druck gelangte; er tut dies in der Partie, die er dem Widerstand der ersten Helvetier widmet. Dieses an Ulrich Zwingli adressierte Gedicht, dessen exakter Titel Libertas Tigurina a pontifice et Gallorum rege vincta lautet («Die vom Papst und dem französischen König in Banden geschlagene Zürcher Freiheit»), ist ein historisches und patriotisches Gedicht über Zürich, in dem es vor allem um die Beziehungen von Zürich zur Eidgenossenschaft, um die Revolution des Rudolph Brun (1336) und die Unterdrückung der Stadt durch das Papsttum geht.

Abschliessend sei erwähnt, dass sich unter seinen handschriftlich überlieferten Gedichten zwei elegische Distichen mit dem Titel De Helvetiorum foedere finden («Über das Bündnis der Helvetier»).

 

9. Simon Lemnius und die Raeteis

Im neunten Buch seines Epos Raeteis über den Schwabenkrieg (1499), das er in den 1540ern verfasste, und das er vor seinem Tod nicht mehr vollenden konnte, widmet Simon Lemnius gut hundert Verse der ruhmreichen Geschichte der Eidgenossen, mit denen die Bündner als «Zugewandte Orte» verbündet waren. Er erwähnt die mit den Gewaltherrschern verbundenen Ereignisse, den Machtmissbrauch der Landvögte (Entführung von Frauen, Konfiskation von Tieren) und die Reaktionen der Bauern, und darunter besonders die Heldentat Tells, der er gut fünfzehn Verse widmet: seine Weigerung, den Hut zu grüssen, die Apfelschuss-Episode, den Tod des Tyrannen. Das zentrale Thema dieser Passage über die Eidgenossenschaft sind die Befreiung von der Tyrannei, der Kampf der Helvetier für ihre Freiheit; so spricht Lemnius von den pugnae pro libertate feroces (9,354), den «gewaltsamen Kämpfen für die Freiheit».

 

10. Johannes Fabricius Montanus

1556 veröffentlichte Johannes Fabricius Montanus in seiner Poemata-Sammlung ein Gedicht mit einem Umfang von 66 elegischen Distichen (132 Verse) mit dem Titel De Vuilhelmo Thellio elegia («Elegie über Wilhelm Tell»). Nachdem über die Regierung Rudolfs I. von Habsburg und den Untaten der Landvögte gesprochen hat, berichtet Fabricius Montanus die Tell-Geschichte: den Apfelschuss, die Bootsfahrt und das Treffen Tells mit seinen Freunden, um einen Pakt zu schliessen; in den drei letzten Versen geht es um Gesslers Tod und die wiedegewonnene Freiheit der Eidgenossen.

Der Autor verfolgt eine patriotische Absicht: Wie er in dem an Conrad Pellican gerichteten Widmungsbrief bekräftigt, will er der Jugend ein anregendes Beispiel vor Augen stellen, indem er ihr die Geschichte des Befreiers der Schweiz erzählt. Montanus will auch einer humanistischen Idee Ausdruck verleihen, der gemäss der Inhaber von Macht dem Volk dienen und es nicht unterdrücken soll. Und so beschreibt er den Tod des Tyrannen:

Nachher traf der Landvogt im Hafen und zu Hause ein

Und starb endlich den Tod, den er verdiente.

So hat Gott, der das Unrecht bestraft und für Gleichheit vor dem Gesetze sorgt,

Die Schweizer Erde mithilfe einer Bluttat gereinigt, das verdient war.

Gesslers Tod ist ein verdienter Tod, und zudem von Gott gewollt! Man bemerkt, dass Montanus interessanterweise Tells Rolle bei diesem Tod nicht genauer erklärt.

In seinem Gedicht ahmt Montanus (manchmal sklavisch) die Klassiker nach, vor allem Ovid, aber auch Vergil, Tibull und Properz. Seine Hauptquelle ist wahrscheinlich die Chronik des Petermann Etterlin, von der bereits oben die Rede war. Er ist der Tradition treu, nimmt sich im Umgang mit ihr aber einige Freiheiten heraus, um seinem Bericht mehr Dramatik zu verleihen; so vermeidet er wie Gwalther einen nüchternen Bericht der Taten des Helden, um erbauliche oder sentimentale Details hinzuzufügen, zweifelsohne, um den jungen Zürcher Schülern einen Gefallen zu machen, die er gut kannte!

 

11. Heinrich Pantaleon

Ferner sei die zweiseitige Notiz von Heinrich Pantaleon über Wilhelm Tell erwähnt, die Heinrich Pantaleon 1565 in seine Prosopographia heroum atque illustrium virorum totius Germaniae (1565-1566) einfügte, deren deutsche Übersetzung 1567-1569 erschien (Der teutschen Nation wahrhaffte Helden). Am Ende der Notiz gibt Pantaleon seine Hauptquelle an, das 53. Kapitel des vierten Buchs der berühmten historischen und topographischen Beschreibung der Schweiz von Johannes Stumpf, an die er sich tatsächlich sehr eng anschliesst.

Ausserdem notiert Pantaleon in der Ausgabe seiner Chronologie der Kirchengeschichte von 1551, der Chronographia Ecclesiae christianae, zum Jahr 1305:

Wilhelm Tell, ein durch seine Frömmigkeit und Tapferkeit ausgezeichneter Mann und der erste Verteidiger der Freiheit der Schweizer, durchbohrte den kaiserlichen Landvogt von Schwyz, der sich in seinem Hochmut und seinem Mutwillen zügellos aufführte, mit einem Pfeil.

 

12. Andere patrotische Texte

Der Freiheitskampf der Eidgenossen, der in der der Tell-Gestalt konkreten Ausdruck findet, spielt in der patriotischen politischen Literatur der Schweizer Humanisten eine wichtige Rolle.

Man muss dennoch einige andere patriotische Texte von mehr «lokalem» Charakter erwähnen, die ebenfalls Stolz über den militärischen und literarischen Wert der Schweizer bekunden. Wir begnügen uns hier mit ihrer blossen Erwähnung, weil von ihnen bereits an anderer Stelle die Rede ist. Da ist zum einen die heldenhafte Geschichte Zürichs, die im Zentrum der Libertas Tigurina des Rudolf Gwalther und der Werk De consulibus Tigurinis des Johannes Fabricius Montanus steht, da ist zum anderen das kleine Epos Glareans über den Sieg der Eidgenossen über die Habsburger 1388 bei Näfels, in dem er die Tapferkeit der Glarner hervorhebt. Abschliessend sei noch ein Werk erwähnt, das einen engen Verbündeten der Eidgenossenschaft thematisiert, der später (1803) zum schweizerischen Kanton Graubünden werden sollte: die Raeteis, in der Simon Lemnius vom Sieg der Bündner über den Schwäbischen Bund und Kaiser Maximilian I. in der Calvenschlacht von 1499 erzählt, der das patriotische Selbstverständnis der Bündner sehr stärkte; weiter oben wurde bereits erwähnt, dass Lemnius einige Verse in diesem Epos auch dem Ruhm der Eidgenossenschaft widmet.

Zu erwähnen ist vielleicht noch Josias Simlers De Republica Helvetiorum, in der es vor allem darum geht, die Reputation der Eidgenossenschaft zu verteidigen und auf die Kritik zu antworten, die die Verteidiger des monarchischen Modells vorbringen, die die Einheit dieser Eidgenossenschaft bezweifeln, die sich aus Ständen zusammensetzt, die über eigene Institutionen verfügen (die sich mitunter sehr stark voneinander unterscheiden) und zu einer Tagsatzung zusammengeschlossen waren, die (aus Perspektive dieser Kritiker) kaum in der Lage war, eine gemeinsame Politik durchzusetzen.

Der Stolz auf die Schweizer Heimat wird auch in den Texten deutlich, die die Schönheit der Bergwelt besingen, sowie noch in anderen Texten mit ganz verschiedenen Themen; dieser Aspekt wird bei der Präsentation der betreffenden Texte zur Sprache gebracht.

 

Bibliographie

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